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Stratigraphie-Römercomic

Stratigraphie-Römercomic

Zeichnungen und "running gags": Achim Greser, Karikaturist
Idee und archäologische Beratung: M. Kotterba, MA

Wie entstanden die Schichten in der Erde, die die Archäologen ausgraben und aufzeichnen ("Stratigraphie")? Wie kamen die Funde in diese Schichten, und woher weiß man, welche älter, welche jünger sind?
Zu all diesen Fragen gibt es viele dicke Bücher - wir wollen aber hier ín nur sechs Comic-Szenen zeigen, wie Archäologie funktioniert.

Erstes Jahrhundert nach Christus: Ganz Hofheim ist von den Römern besetzt! Im Kastell auf dem Hochfeld versehen die tapferen Krieger Roms ihren gefährlichen, nervenaufreibenden Dienst. Offenbar merken sie nicht, dass sie dabei gezeichnet werden.

Unter der Mannschaftsbaracke sehen wir in die Erdgeschichte: je tiefer die Bodenschichten liegen, desto älter sind sie. In der untersten Schicht liegen Knochen von eiszeitlichen Tieren, die zur Römerzeit schon lange ausgestorben waren.

Im Lager hat es gebrannt. Beim Wiederaufbau müssen die armen Soldaten schuften und Steine schleppen. Der Architekt und der Centurio dagegen tragen nur die Verantwortung beziehungsweise einen Helm.

Von der abgebrannten Baracke sind nur die Fundamente und Brandschutt übriggeblieben, in dem auch einige Sachen der Soldaten liegen. So ist eine neue Bodenschicht entstanden.

Der griesgrämige Centurio kann sich nicht recht über seine neue, komfortable Unterkunft freuen: allzu sehr plagt ihn die Sehnsucht nach Rom.

Das Gebäude ist massiver ausgeführt und tiefer fundamentiert als die frühere Baracke, von der man jetzt über der Erde nichts mehr sieht. Im Hintergrund die neue, nun aus Steinen gebaute Lagermauer.

Der Befehl zum Abzug ist gekommen. Aber zu früh gefreut Centurio! Es geht nicht nach Rom, sondern weiter nach Norden, an den Limes. Wie man sieht, haben die Zivilisten viel von den Römern gelernt: hier z.B. die Arbeitsteilung zwischen Verantwortungs- und Lastenträger.

Die Soldaten haben das ganze Lager abgerissen: der Schutt bildet eine weitere Bodenschicht. Das beste Baumaterial nehmen sie für ihr neues Kastell mit. Für die Zivilisten bleibt aber noch vieles übrig, was sie in ihrer Siedlung gut gebrauchen können.

Fast 2000 Jahre später sehen wir an der gleichen Stelle wiederum wackere, behelmte Männer bei der Arbeit. Statt über die Römerfunde zu jubilieren, jammert der Bauleiter: „Jetzt kommen bestimmt die Archäologen!“

Man hat schon lange vergessen, dass sich an dieser Stelle einst ein Kastell befand. Inzwischen hat sich noch mehr Erde über den römischen Schichten abgelagert, die erst bei Baggerarbeiten wiederentdeckt werden.

Recht hat er! Aber entgegen seinen Befürchtungen gehen die Ausgrabungen zügig voran, so dass die Bauarbeiten nicht lange aufgehalten werden.

Die Archäologen legen die Schichten frei, die in 2000 Jahren im Boden (und in unserem Comic) entstanden sind. Aus den Grundrissen und Funden rekonstruieren sie das damalige Aussehen der Gebäude und wie die Menschen damals hier lebten.


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